Coperion schliesst Werk Ferrara, alle 80 Stellen betroffen
- Ort
- Ferrara · 🇮🇹 Italien
- Unternehmen
- Coperion S.r.l. (Werk Ferrara)
- Branche
- Industrie / Maschinen
- Status
- angekündigt
- Betroffene MA
- 80
Der Ferrareser Standort von Coperion (Compoundier-, Extrusions- und Schüttgut-Handling-Systeme), erst im Januar 2026 vom US-Investor Lone Star übernommen, kündigte am 20.07.2026 überraschend ein Kollektiventlassungsverfahren für alle 80 Beschäftigten (77 davon in Ferrara) mit vollständiger Standortschliessung an. Laut Gewerkschaft Filctem-Cgil schreibt der Standort keine roten Zahlen und hat laufende Aufträge; ein Verkauf des Betriebszweigs sei nicht geprüft worden. Ein Treffen zwischen Unternehmen und Gewerkschaften ist für den 28.07. angesetzt, die Region Emilia-Romagna wurde um einen runden Tisch gebeten. UPDATE (25.07.2026): Der Widerstand wächst — die Gewerkschaften fordern, das Kollektiventlassungsverfahren auszusetzen, die Belegschaft mobilisiert, und die Lokalpolitik drängt die Gemeinde zum Eingreifen. Das erste Verhandlungstreffen mit der Unternehmensleitung ist weiterhin für den 28.07. angesetzt. UPDATE (31.07.2026): Die Region Emilia-Romagna berief den regionalen Krisentisch für Montag, den 03.08.2026, ein; Regionalrat Paglia nannte es nicht hinnehmbar, ein wichtiges Unternehmen von einem Tag auf den anderen zu schliessen. Die Gewerkschaften riefen nach Beginn des Massenentlassungsverfahrens den Streikzustand ('stato di agitazione') aus. UPDATE (03.08.2026): Am regionalen Krisentisch in Bologna forderten Region und Gewerkschaften (Cgil, Cisl, Uil) übereinstimmend, das Kollektiventlassungsverfahren zurückzuziehen oder auszusetzen, um echte Verhandlungen zu ermöglichen. Die italienische Geschäftsleitung nannte Ende März als angemessenen Termin, um die noch laufenden Aufträge abzuarbeiten. Die Gewerkschaften stellten ein Ultimatum: Bleibt eine Antwort beim Treffen am Mittwoch, 05.08.2026, aus, sind Streikmassnahmen angekündigt. Fortschreibung (18.09.2026): Der Verhandlungstisch bei der Region Emilia-Romagna am 18.09.2026 endete ohne Einigung („fumata nera“): Coperion bot statt der geforderten Rücknahme des Kollektiventlassungsverfahrens lediglich eine 60-tägige Aussetzung an und stellte in Aussicht, einen Advisor mit einem Reindustrialisierungsmandat zu betrauen — beides war den Gewerkschaften zu vage. Die Belegschaftsversammlung beschloss weitere 40 Streikstunden; der regionale Arbeitsassessor hat den Tisch binnen einer Woche neu einberufen (Il Resto del Carlino, 19.09.2026). Fortschreibung (25.09.2026): Der Verhandlungstisch wurde auf den 28.09.2026 beim Arbeitsministerium (Ministero del Lavoro) in Rom einberufen; die Beschäftigten kündigten an, dass ohne vollständige Annahme ihrer Forderungen ab dem 29.09.2026 automatisch ein unbefristeter Streik mit vollständiger Blockade von Betrieb, Logistik und Produktion beginnt (estense.com, 25.09.2026).
Quelle: estense.com ↗ · Archivkopie ↗
Beleglage: eine Quelle · Archivkopie gesichert · Wie gut belegt ist Eurotrack?
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